News
  Hündinnen
  Rüden
  Wurfplanung
  Puppycam
  Ruhestand
  Kontakt
  Legende
  Windspielinfos
    Beschreibung
    Tipps
    Beinbrüche
  Galerie
  Fun
  Links
 

Was man über Italienische Windspiele wissen sollte

aktualisiert 05.01.2008

Windspiele sind äußerst anhängliche, verschmuste Hunde, die gerne auf dem Schoß sitzen und überall hin mitgenommen werden wollen. Sie werden ca. 12-15 Jahre alt, das Gewicht liegt bei etwa 3-5 kg und die Soll-Größe liegt zwischen 32-38 cm Schulterhöhe. Die Wurfstärken liegen bei europäischen Linien bei durchschnittlich 2,5 Welpen pro Wurf, insgesamt kommen deutschlandweit im Schnitt ca. 30-40 Welpen pro Jahr zur Welt.

Windspiele mögen generell Wärme, wenn sie sich nicht gerade bewegen. Man tut seinem Windspiel einen großen Gefallen, wenn man ihm eine größere, flauschige Decke ins Körbchen legt, unter die es kriechen kann. Windspiele sind geborene "unter-die-Decke-Kriecher" und können sich darin äußerst kunstvoll einwickeln, unsere jedenfalls und auch fast alle die wir kennen. Ersticken tun sie erstaunlicherweise nie dabei, selbst wenn die Decke noch so dick ist... Am Fußboden ist es immer ein paar Grad kälter als in der Höhe, in der sich der Kopf des Menschen normalerweise befindet. Deswegen liegen Windspiele auch gerne erhöht auf dem Sofa, da haben sie auch eine bessere Übersicht.

Windspiele sind zwar sehr sensibel und auf den Menschen fixiert, sind aber auch sehr intelligente Hunde, die normalerweise Hundeerfahrung, voraussetzen. Sie brauchen und fordern viel Liebe und Aufmerksamkeit und folgen Herrchen/Frauchen oftmals wie ein Schatten überall hin. Eine konsequente Erziehung ist dringend notwendig, wie eigentlich bei jedem Hund. Sie sind etwas schwerer stubenrein zu bekommen als andere Hunde, bzw. es dauert teilweise etwas länger, weil die lieben Kleinen die Bequemlichkeit mögen. Das bedeutet, bei schlechtem Wetter haben sie keine Lust spazieren zu gehen und eben auch keine Lust ihr Geschäft zu machen, weil es so ungemütlich ist. Auch haben Windspiele gegenüber größeren Hunden einen schnelleren Stoffwechsel und halten deswegen nicht ganz so lange durch. Vielleicht gewöhnen sie sich ein Kommando an, das sie immer beim Geschäft sagen (und dann den Erfolg belohnen) z.B. "Pippi machen" und "Häufchen machen" oder so. Vor allem sollte man sturer sein als der Hund, auch wenn einem selber kalt ist und es regnet... ....vorausgesetzt, der Hund hat nicht vor einer Stunde erst beide Geschäfte gemacht. Unsere Ninja zum Beispiel war im Alter von gut 14 Wochen stubenrein, aber so ca. drei Monate (Alter von ca. 6 Monaten) kann es durchaus dauern, bis die Hunde wirklich sattelfest sind. Als Wind- und Rennhunde brauchen sie natürlich täglich viel Auslauf. 

Der Vorteil bei Windspielen ist, daß sie gut hören, weil sie sehr an Frauchen/Herrchen hängen. Ein Nachteil ist, daß sie zwar gut hören, aber nicht immer gehorchen, wenn Frauchen oder Herrchen keine gescheite Erziehung hinbekommen. Eine Hundeschule zu besuchen schadet absolut nicht. Sie auf Beachtung des Straßenverkehrs zu trainieren wäre vermutlich ob ihrer Impulsivität eine große Herausforderung. Wenn sie im Wald sich bewegendes Wild entdecken, flitzen sie mit größter Begeisterung hinterher, denn Windspiele haben einen nicht unerheblichen Hetztrieb. Ein Vorteil dabei ist allerdings, daß sie stehen bleiben, wenn sie das Wild aus den Augen verlieren, weil sie nur mit den Augen und nicht mit der Nase jagen. Dann kommen sie stets zurück, außer der Hund ist zu doof, den Rückweg zu finden, was uns mit Pegasus das erste Mal in der Dark Legend's Geschichte passiert ist...  Das Beste ist, man sieht das Wild zuerst und ruft den Hund zu sich.

Windspiele bis etwa 15 Monate haben eine leichte Gefährdung, sich die Vorderbeine zu brechen, denn sie "leiden" speziell als Welpen und Junghunde oftmals an Selbstüberschätzung und sind sehr impulsiv. Meine Sissi sprang als Welpe einmal im Haus meiner Eltern von der Galerie im 1. OG durch das Geländer ins Erdgeschoß hinunter genau auf mich zu, weil ich alle Hunde zu mir gerufen hatte. Glücklicherweise konnte ich sie damals auffangen. Bis zu diesem Alter (15 Monate) bitte das Windspiel also nicht z.B. vom Tisch herunter springen lassen, keine Gewaltmärsche von zwei Stunden oder den Hund am Fahrrad mitlaufen lassen. Wir gehen mit unserer Meute etwa eine Stunde am Tag, wobei sie dann frei herumtollen dürfen. Sich eine Stunde auf eine Wiese setzen und den Hund herumtrödeln lassen ist aber geschummelt und gilt nicht. Eine gewisse Wegsrecke von etwa 5 km muß schon zurückgelegt werden.  Aus gegebenem Anlaß möchten wir an dieser Stelle aber noch eines verdeutlichen:  es scheint unserer Erfahrung nach der absolut falsche Weg zu sein, seinen Hund übermäßig zu beschützen und z.B. stets nur an der Leine auszuführen. Wir haben den Verdacht, daß man damit die Hunde nur anfälliger für Unfälle a la Beinbruch macht. Bei denjenigen, die dies tun, scheinen (statistisch gesehen) deutlich häufiger Beinbrüche zu passieren, als bei uns.

Davon abgesehen sind Windspiele eine sehr gesunde Hunderasse (wie eigentlich alle Windhunde); die angestrebte Verwendung auf der Rennbahn bzw. generell als Hetzhund erlaubte noch nie eine aus optischen Gründen angezüchtete Degeneration wie. z.B. Hüftgelenksdisplasie. Gelegentlich in seltenen Fällen vorkommen kann Patella Luxation, Epilepsie oder den Hund nicht beeinträchtigende Schönheitsfehler wie z.B. Haarlosigkeit oder Zahnverluste beim Zahnwechsel.

Windspiele sind anfällig für Zahnstein und Parodontose. Wenn sie gar nichts machen, fallen die ersten Vorderzähne noch vor dem 6. Lebensjahr aus. Dies macht sich umso mehr bemerkbar, da sie ziemlich lange leben. Außerdem wird der Hund aus dem Maul stinken; Windspiele zeigen ihre Zuneigung gerne, indem sie Frauchen oder Herrchen ins Gesicht schlecken. Also muß man dem Racker mindestens jede Woche die Zähne putzen. Je früher man ihn daran gewöhnt, desto besser denn auch hier gilt:hart bleiben, kein Windspiel mag das. Generell sind Windspiele ob ihres kurzen Fells äußerst pflegeleicht und riechen auch in nassem Zustand nur wenig.

Bitte füttern sie nicht irgendein Futter, für das großartig in den Medien Werbung gemacht wird. Da steckt in der Regel das Geld in der Werbung, nicht im Futter. Trockenfutter ist besser als Naßfutter, weil da schon alles, was der Hund braucht inkl. Mineralstoffen und Vitaminen fertig zusammengemischt ist; genauer gesagt ist Naßfutter für ein erwachsenes Windspiel eigentlich unnötig. Unsere Erwachsenen bekommen ein schwedisches Futter namens Magnusson Meat & Bisquit Adult. Das Magnusson Puppies hat sich allerdings für die Welpen als nicht 100 % optimal herausgestellt, so daß wir für die Welpen bei Nutro geblieben sind. Leider war der hinter Nutro stehende amerikanische Konzern letztes Jahr wegen Rattengift im Weizen/Hundefutter in den Schlagzeilen...

Etwas Eigelb oder Walnußöl gelegentlich schadet nicht, ebenso wenig wie gelegentlich gekochtes Gemüse oder Obst (wenn der Hund denn Obst mag). Ein fettes Windspiel ist ein häßliches Windspiel und das Gewicht geht bei jedem Hund auf die Gelenke. Lassen sie auch nicht den ganzen Tag das Futter herumstehen, sondern füttern sie zu festen Zeiten zwei Mal am Tag (Welpen 3-4 Mal). Was nach 15 Min. nicht gegessen ist wird wieder weggenommen, dann gibt es erst bei der nächsten Malzeit wieder etwas. Wenn sie nicht die nötige Konsequenz aufbringen, ihren Hund zur Not auch mal einen Tag hungern zu lassen, kaufen sie sich lieber kein Windspiel. Wenn immer Futter zur Verfügung steht, ziehen sie sich möglicherweise entweder einen schlechten (und rappeldürren) Esser oder ein Fettspiel heran. Hat der Welpe jedoch dauerhaft schlechten Appetit, so lassen sie sich am besten von ihrem Tierarzt beraten oder fragen auch mal uns, denn während der Wachstumsphase insbesondere bis zum 6. Lebensmonat ist ausreichende Nahrungsaufnahme sehr wichtig. Obwohl die spätere Größe und Gewicht genetisch bedingt sind wird beispielsweise bei einem schlechten Esser durch die wenige Nahrungszufuhr die spätere Größe und Gewicht nach unten verändert werden. Sieht man noch einen Hauch von den Rippen, wenn das Windspiel gerade steht, so ist das Gewicht perfekt.

Windspiele sind mit die Wachsamsten unter den Windhunden, jedoch werden sie ob ihres geringen Kampfgewichts, Ereignisse nur anzeigen (Bellen) und im Zweifelsfall eher weglaufen statt aktiv zu verteidigen/anzugreifen. Trotzdem sind Windspiele im Vergleich zu anderen Hunderassen z.B. Terriern sehr zurückhaltend und ruhig und hören dann auch bald wieder auf damit. Es ist auch eine Erziehungssache, man kann ein Windspiel zum Bellen bei ungewöhnlichen Ereignissen anhalten, oder es ihm abgewöhnen.

Für ein sanftes Kind ist ein Windspiel durchaus geeignet, für ein ruppiges (und kleine Kinder können manchmal sehr roh sein) eher nicht, jedenfalls nicht unbeaufsichtigt.

Was Windspiele noch so an sich haben:sie faszinieren ihre Besitzer oft so sehr, daß diese sich mehr als eins zulegen. Diese Leute interessiert dann meistens auch der recht hohe Kaufpreis eines Windspielwelpen nicht mehr. Natürlich gibt es immer auch Züchter, die günstiger sind, jedoch betreiben manche der uns bekannten "günstigeren" Züchter unserer Ansicht nach eigentlich nur Windspielvermehrung zwecks Verkauf, ohne sich groß um die Verbesserung der eigenen Zucht zu kümmern. Deswegen wird die Windspielzucht bei uns wohl immer ein Verlustgeschäft bleiben, denn Aufzucht der Welpen, Reise- und Ausstellungs- Tierarztkosten, Deckgelder und Fahrten in andere Länder zwecks Decken einer unserer Hündinnen summieren sich erheblich.

Wenn sie sich bei irgendeinem Züchter Windspiele anschauen, achten sie bitte insbesondere auf das Verhalten der Tiere. Windspiele dürfen nicht aggressiv, ängstlich, scheu sein oder gar nach Ihnen schnappen. Aggressives Verhalten ist sogar ein Disqualifikationsgrund bei einer Ausstellung und kann längerfristig gesehen auch angezüchtet bzw. vererbt werden. Vielmehr sollte sich die Aufregung nach sehr kurzer Zeit legen und die Windspiele sollten neugierig und freundlich zu Ihnen als Besucher kommen und sich streicheln lassen. Dies hat den Hintergrund, daß sich alle Verhaltensweisen der Mutterhündin und des Rudels auch auf die Welpen übertragen, die Grundzüge des Charakters des Welpen werden von der Geburt bis zur Abgabe an den Käufer ganz entscheidend geprägt. Die Welpen sollten sich im Idealfall sofort neugierig auf den ihnen fremden Besucher stürzen und mit Ihnen spielen wollen. Verstecken sich die Welpen jedoch angstvoll und sind auch nach 5 Minuten noch sehr scheu, würden wir ihnen nicht empfehlen von diesem Züchter einen Hund zu kaufen, denn dann stimmt irgendetwas nicht. Entweder werden die Hunde nicht richtig gehalten oder der Züchter züchtet mit einer besonders ängstlichen, aggressiven oder verhaltensgestörten Hündin.

Falls sie trotzdem immer noch an einem Windspiel interessiert sind, treten sie doch einfach mit uns in Kontakt. Sie können uns jederzeit nach Absprache gerne besuchen, auch wenn sie sich einfach nur mal Windspiele in natura anschauen möchten und keine Kaufabsichten haben.